Samstag, 10. Februar 2018

10./11.02.2018 (Jg. 74, Nr. 35 HA), S. 5*

Stefan Scholl: Korruption unter der Gürtellinie. Alexej Nawalny will einen Skandal enthüllt haben

Selten läßt die Berliner Zeitung eine Gelegenheit aus, das Putin-Regime zu rechtfertigen und die russische Opposition zu verunglimpfen. Vorkämpfer an dieser Front ist immer wieder der "Rußland-Experte" der Zeitung, Stefan Scholl, der seine Propagandatexte auch an andere deutsche Medien verkauft. Beim heutigen Artikel zeigt Scholl schon in der Überschrift, was er von Nawalny und seiner neuesten Recherche hält: Das Ganze gehe "unter die Gürtellinie" (= unzulässig, Boulevard-Niveau) und sei substanzlos ("will enthüllt haben" = hat also nicht wirklich). Mit der Substanz von Nawalnys Ausführungen - Korruptionsbeziehungen zwischen einem der führenden Oligarchen Rußlands und einem der höchsten Staatsbeamten - beschäftigt sich Scholl gar nicht erst weiter, sondern lenkt auf alle irrelevanten Nebendetails ab, vermerkt süffisant: "Aber ein richtiger Skandal will trotzdem nicht daraus werden" (woher nur hat er diese "Information"?!?) und verfälscht den Sachverhalt: "Korruption, unter der Gürtellinie", obwohl der Kern der Korruption nichts mit den beim Treffen von Oligarch und Staatsbeamten anwesenden Prostituierten zu tun hat.

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