Mittwoch, 7. März 2018

07.03.2018 (Jg. 74, Nr. 56 HA), S. 8*

Damir Fras: Aufschneider mit Atomwaffen

Um die Position als herausragendes Putinistenblatt konkurrieren im "linksliberalen" Spektrum viele Medien. Auch die Berliner Zeitung läßt in ihren Anstrengungen nicht nach. Der auch für die Frankfurter Rundschau tätige Damir Fras, geboren 1967 in Jugoslawien und offenbar noch aus alten Zeiten indoktriniert, setzt nicht nur die Rüstungspolitik von Donald Trump und Wladimir Putin gleich (warum nicht auch die von Churchill und Hitler?), sondern zeigt in seiner Einleitung und in der Schwerpunktsetzung im Text (90% USA, 10% - wenn überhaupt - Rußland) ganz klar, daß aus seiner Sicht die USA das Problem darstellen, nicht Rußland. Hinzu kommen noch die alten Propagandalügen vom bösen Ronald Reagan, ergänzt um die absurde Erklärung, "Europa ist wieder eingequetscht zwischen zwei Polen" (wer bitteschön zahlt seit 70 Jahren für die Verteidigung des freien Teils Europas?) - fertig ist der klassische linke Giftcocktail.

Samstag, 10. Februar 2018

10./11.02.2018 (Jg. 74, Nr. 35 HA), S. 5*

Stefan Scholl: Korruption unter der Gürtellinie. Alexej Nawalny will einen Skandal enthüllt haben

Selten läßt die Berliner Zeitung eine Gelegenheit aus, das Putin-Regime zu rechtfertigen und die russische Opposition zu verunglimpfen. Vorkämpfer an dieser Front ist immer wieder der "Rußland-Experte" der Zeitung, Stefan Scholl, der seine Propagandatexte auch an andere deutsche Medien verkauft. Beim heutigen Artikel zeigt Scholl schon in der Überschrift, was er von Nawalny und seiner neuesten Recherche hält: Das Ganze gehe "unter die Gürtellinie" (= unzulässig, Boulevard-Niveau) und sei substanzlos ("will enthüllt haben" = hat also nicht wirklich). Mit der Substanz von Nawalnys Ausführungen - Korruptionsbeziehungen zwischen einem der führenden Oligarchen Rußlands und einem der höchsten Staatsbeamten - beschäftigt sich Scholl gar nicht erst weiter, sondern lenkt auf alle irrelevanten Nebendetails ab, vermerkt süffisant: "Aber ein richtiger Skandal will trotzdem nicht daraus werden" (woher nur hat er diese "Information"?!?) und verfälscht den Sachverhalt: "Korruption, unter der Gürtellinie", obwohl der Kern der Korruption nichts mit den beim Treffen von Oligarch und Staatsbeamten anwesenden Prostituierten zu tun hat.

Sonntag, 28. Januar 2018

27./28.01.2018 (Jg. 74, Nr. 23 HA), S. 22

Jörg Winterfeldt: Verdacht der Willkühr

Wie es sich für ein gutes deutsches Putinisten-Blatt gehört, hat die Berliner Zeitung Putinisten in allen Bereichen. Jetzt outet sich Jörg Winterfeldt, der stellvertretende Ressortleiter Sport (auch für die linke Frankfurter Rundschau tätig), als solcher. Zuerst beschreibt er die Intransparenz des IOC (wer hätte sie in Zweifel gezogen?), ließ sogar den Gedanken an die Möglichkeit eines "Kuhhandels" zwischen Putin und IOC-Chef Bach zu, um dann die abrupte Kehre zu vollziehen: Die Maßnahmen des IOC seien nicht etwa Ausdruck dieses Kuhhandels, sondern weckten den Verdacht "antirussischer Willkühr"! Wo er den Antirussismus sieht, führt er natürlich nicht aus - das muß man unter Putinisten auch nicht, der versteht sich von selbst.

Donnerstag, 4. Januar 2018

03.01.2018 (Jg. 74, Nr. 2 HA), S. 21*

Sebastian Borger: Das A-Wort. Robert Harrs' Roman "München" beleuchtet die britische Beschwichtigungs-Politik gegenüber Nazideutschland

Mancher mag sich, wie ich, gewundert haben, wieso der Westen angesichts der Aggressionen Putins nicht auf seine Erfahrung von 1938 zurückgriff und verstand, daß Appeasement-Politik das Gegenteil dessen bewirkt, was man mit ihr erreichen will. Ein neuer Artikel der stark dem Putinismus zuneigenden Berliner Zeitung gibt die Erklärung: Die Appeasement-Politik war eigentlich gar nicht so falsch und schlecht - diese Sichtweise sei "längst einer differenzierteren Betrachtung gewichen." (Bei wem? Bei Putinisten vermutlich...) Aber mehr noch: Jede Vergleiche heutiger Verhaltensweisen westlicher Politiker mit dem grandiosen Scheitern von 1938 verbietet sich als "'idiotische Verwendung' des politischen Kampfbegriffs" und "unsachliche Appeasement-Vergleiche". Der Autor scheut sich nicht, die große Keule zu schwingen und Leute, die in Deutschland auf die historischen Parallelen hinweisen, ins Afd-Lager zu sortieren. Linke Propaganda in Reinkultur.