Damir Fras: Aufschneider mit Atomwaffen
Um die Position als herausragendes Putinistenblatt konkurrieren im "linksliberalen" Spektrum viele Medien. Auch die Berliner Zeitung läßt in ihren Anstrengungen nicht nach. Der auch für die Frankfurter Rundschau tätige Damir Fras, geboren 1967 in Jugoslawien und offenbar noch aus alten Zeiten indoktriniert, setzt nicht nur die Rüstungspolitik von Donald Trump und Wladimir Putin gleich (warum nicht auch die von Churchill und Hitler?), sondern zeigt in seiner Einleitung und in der Schwerpunktsetzung im Text (90% USA, 10% - wenn überhaupt - Rußland) ganz klar, daß aus seiner Sicht die USA das Problem darstellen, nicht Rußland. Hinzu kommen noch die alten Propagandalügen vom bösen Ronald Reagan, ergänzt um die absurde Erklärung, "Europa ist wieder eingequetscht zwischen zwei Polen" (wer bitteschön zahlt seit 70 Jahren für die Verteidigung des freien Teils Europas?) - fertig ist der klassische linke Giftcocktail.
"Berliner Zeitung" watch
Mittwoch, 7. März 2018
Samstag, 10. Februar 2018
10./11.02.2018 (Jg. 74, Nr. 35 HA), S. 5*
Stefan Scholl: Korruption unter der Gürtellinie. Alexej Nawalny will einen Skandal enthüllt haben
Selten läßt die Berliner Zeitung eine Gelegenheit aus, das Putin-Regime zu rechtfertigen und die russische Opposition zu verunglimpfen. Vorkämpfer an dieser Front ist immer wieder der "Rußland-Experte" der Zeitung, Stefan Scholl, der seine Propagandatexte auch an andere deutsche Medien verkauft. Beim heutigen Artikel zeigt Scholl schon in der Überschrift, was er von Nawalny und seiner neuesten Recherche hält: Das Ganze gehe "unter die Gürtellinie" (= unzulässig, Boulevard-Niveau) und sei substanzlos ("will enthüllt haben" = hat also nicht wirklich). Mit der Substanz von Nawalnys Ausführungen - Korruptionsbeziehungen zwischen einem der führenden Oligarchen Rußlands und einem der höchsten Staatsbeamten - beschäftigt sich Scholl gar nicht erst weiter, sondern lenkt auf alle irrelevanten Nebendetails ab, vermerkt süffisant: "Aber ein richtiger Skandal will trotzdem nicht daraus werden" (woher nur hat er diese "Information"?!?) und verfälscht den Sachverhalt: "Korruption, unter der Gürtellinie", obwohl der Kern der Korruption nichts mit den beim Treffen von Oligarch und Staatsbeamten anwesenden Prostituierten zu tun hat.
Selten läßt die Berliner Zeitung eine Gelegenheit aus, das Putin-Regime zu rechtfertigen und die russische Opposition zu verunglimpfen. Vorkämpfer an dieser Front ist immer wieder der "Rußland-Experte" der Zeitung, Stefan Scholl, der seine Propagandatexte auch an andere deutsche Medien verkauft. Beim heutigen Artikel zeigt Scholl schon in der Überschrift, was er von Nawalny und seiner neuesten Recherche hält: Das Ganze gehe "unter die Gürtellinie" (= unzulässig, Boulevard-Niveau) und sei substanzlos ("will enthüllt haben" = hat also nicht wirklich). Mit der Substanz von Nawalnys Ausführungen - Korruptionsbeziehungen zwischen einem der führenden Oligarchen Rußlands und einem der höchsten Staatsbeamten - beschäftigt sich Scholl gar nicht erst weiter, sondern lenkt auf alle irrelevanten Nebendetails ab, vermerkt süffisant: "Aber ein richtiger Skandal will trotzdem nicht daraus werden" (woher nur hat er diese "Information"?!?) und verfälscht den Sachverhalt: "Korruption, unter der Gürtellinie", obwohl der Kern der Korruption nichts mit den beim Treffen von Oligarch und Staatsbeamten anwesenden Prostituierten zu tun hat.
Sonntag, 28. Januar 2018
27./28.01.2018 (Jg. 74, Nr. 23 HA), S. 22
Jörg Winterfeldt: Verdacht der Willkühr
Wie es sich für ein gutes deutsches Putinisten-Blatt gehört, hat die Berliner Zeitung Putinisten in allen Bereichen. Jetzt outet sich Jörg Winterfeldt, der stellvertretende Ressortleiter Sport (auch für die linke Frankfurter Rundschau tätig), als solcher. Zuerst beschreibt er die Intransparenz des IOC (wer hätte sie in Zweifel gezogen?), ließ sogar den Gedanken an die Möglichkeit eines "Kuhhandels" zwischen Putin und IOC-Chef Bach zu, um dann die abrupte Kehre zu vollziehen: Die Maßnahmen des IOC seien nicht etwa Ausdruck dieses Kuhhandels, sondern weckten den Verdacht "antirussischer Willkühr"! Wo er den Antirussismus sieht, führt er natürlich nicht aus - das muß man unter Putinisten auch nicht, der versteht sich von selbst.
Wie es sich für ein gutes deutsches Putinisten-Blatt gehört, hat die Berliner Zeitung Putinisten in allen Bereichen. Jetzt outet sich Jörg Winterfeldt, der stellvertretende Ressortleiter Sport (auch für die linke Frankfurter Rundschau tätig), als solcher. Zuerst beschreibt er die Intransparenz des IOC (wer hätte sie in Zweifel gezogen?), ließ sogar den Gedanken an die Möglichkeit eines "Kuhhandels" zwischen Putin und IOC-Chef Bach zu, um dann die abrupte Kehre zu vollziehen: Die Maßnahmen des IOC seien nicht etwa Ausdruck dieses Kuhhandels, sondern weckten den Verdacht "antirussischer Willkühr"! Wo er den Antirussismus sieht, führt er natürlich nicht aus - das muß man unter Putinisten auch nicht, der versteht sich von selbst.
Donnerstag, 4. Januar 2018
03.01.2018 (Jg. 74, Nr. 2 HA), S. 21*
Sebastian Borger: Das A-Wort. Robert Harrs' Roman "München" beleuchtet die britische Beschwichtigungs-Politik gegenüber Nazideutschland
Mancher mag sich, wie ich, gewundert haben, wieso der Westen angesichts der Aggressionen Putins nicht auf seine Erfahrung von 1938 zurückgriff und verstand, daß Appeasement-Politik das Gegenteil dessen bewirkt, was man mit ihr erreichen will. Ein neuer Artikel der stark dem Putinismus zuneigenden Berliner Zeitung gibt die Erklärung: Die Appeasement-Politik war eigentlich gar nicht so falsch und schlecht - diese Sichtweise sei "längst einer differenzierteren Betrachtung gewichen." (Bei wem? Bei Putinisten vermutlich...) Aber mehr noch: Jede Vergleiche heutiger Verhaltensweisen westlicher Politiker mit dem grandiosen Scheitern von 1938 verbietet sich als "'idiotische Verwendung' des politischen Kampfbegriffs" und "unsachliche Appeasement-Vergleiche". Der Autor scheut sich nicht, die große Keule zu schwingen und Leute, die in Deutschland auf die historischen Parallelen hinweisen, ins Afd-Lager zu sortieren. Linke Propaganda in Reinkultur.
Mancher mag sich, wie ich, gewundert haben, wieso der Westen angesichts der Aggressionen Putins nicht auf seine Erfahrung von 1938 zurückgriff und verstand, daß Appeasement-Politik das Gegenteil dessen bewirkt, was man mit ihr erreichen will. Ein neuer Artikel der stark dem Putinismus zuneigenden Berliner Zeitung gibt die Erklärung: Die Appeasement-Politik war eigentlich gar nicht so falsch und schlecht - diese Sichtweise sei "längst einer differenzierteren Betrachtung gewichen." (Bei wem? Bei Putinisten vermutlich...) Aber mehr noch: Jede Vergleiche heutiger Verhaltensweisen westlicher Politiker mit dem grandiosen Scheitern von 1938 verbietet sich als "'idiotische Verwendung' des politischen Kampfbegriffs" und "unsachliche Appeasement-Vergleiche". Der Autor scheut sich nicht, die große Keule zu schwingen und Leute, die in Deutschland auf die historischen Parallelen hinweisen, ins Afd-Lager zu sortieren. Linke Propaganda in Reinkultur.
Samstag, 4. November 2017
04./05.11.2017 (Jg. 73., Nr. 258 HA), Magazin, S. 9
Arno Widemann: Die Utopie vom Massenmord. Am 7. November vor 100 Jahren begann in Petersburg die Oktoberrevolution. Sie war auch ein Zivilisationsbruch und ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Das Wörtchen "auch" in der Überschrift macht skeptisch. Soll hier wieder, wie so oft in linken Medien, aufgewogen, gerechtfertigt werden? Doch nein: Einen so klaren, ehrlichen, offenen Text liest man selten. Ohne die geringste Einschränkung werden der Lenin-Putsch und das folgende Terrorregime als solche benannt, werden alle Versuche der Verklärung zurückgewiesen. Gut, der Autor behauptet, es habe in der Sowjetunion nie Sozialismus gegeben, und zeigt damit, daß er weiterhin der Illusion von einem "guten Sozialismus" anhängt. Aber das hindert ihn nicht daran zu erkennen und darzulegen, daß Oktoberrevolution, kommunistische Herrschaft, Sowjetunion ununterbrochene Gewalt, Vergewaltigung, Terror und Vernichtung bedeuten. Immerhin.
Das Wörtchen "auch" in der Überschrift macht skeptisch. Soll hier wieder, wie so oft in linken Medien, aufgewogen, gerechtfertigt werden? Doch nein: Einen so klaren, ehrlichen, offenen Text liest man selten. Ohne die geringste Einschränkung werden der Lenin-Putsch und das folgende Terrorregime als solche benannt, werden alle Versuche der Verklärung zurückgewiesen. Gut, der Autor behauptet, es habe in der Sowjetunion nie Sozialismus gegeben, und zeigt damit, daß er weiterhin der Illusion von einem "guten Sozialismus" anhängt. Aber das hindert ihn nicht daran zu erkennen und darzulegen, daß Oktoberrevolution, kommunistische Herrschaft, Sowjetunion ununterbrochene Gewalt, Vergewaltigung, Terror und Vernichtung bedeuten. Immerhin.
Donnerstag, 31. August 2017
31.08.2017 (Jg. 73, Nr. 203 HA), S. 3*
Die neuen Armeen. Invasion der Meinungs-Roboter
Bereits länger hatte die Berliner Zeitung keine ausführliche Putin-Propaganda mehr gebracht. Das konnte so nicht weitergehen (Anruf aus dem Kreml?), so daß jetzt gleich die ganze Seite 3 zur Verfügung gestellt wurde. Autoren des Textes sind Anne Lena Mösken und Kai Schlieter, die bislang noch nicht als ausgewiesene Putinisten in Erscheinung getreten waren. Allerdings kommt letzterer von der Taz, also aus dem linksradikalen Spektrum, das in der Propagandatätigkeit besonders eng und zuverlässig mit dem Putin-Regime kooperiert, da man mit der Marktwirtschaft, bürgerlichen Werten und "Amerika" gemeinsame Feinde hat.
In dem Artikel wird einer der grundlegendsten putinistischen "Argumentationsansätze" schulbuchartig umgesetzt. Auf viele Anschuldigungen antwortet das Regime: "Wir waren das gar nicht - und außerdem macht der Westen das auch und viel schlimmer!" Thema sind Online-Attacken im Umfeld von und während politischer Wahlen. Der erste Teil - "Wir waren das gar nicht" - wird abgedeckt mit den Behauptungen
Der größere Teil des Artikels beschäftigt sich Teil II dieses "Argumentationsansatzes" aus dem putinistischen Propagandaarsenal: "und außerdem macht der Westen das auch und viel schlimmer!" In bester Putinistenmanier wird hier alles und jedes zusammengemischt - public relations-Abteilungen des Pentagon, israelische Sondereinheiten, rechte Kräfte in den USA -, ohne Bezug zum Thema (Angriffe während Wahlen), einfach nur mit dem Ziel, von der realen Bedrohung, massiven Angriffen aus Rußland, abzulenken.
Bereits länger hatte die Berliner Zeitung keine ausführliche Putin-Propaganda mehr gebracht. Das konnte so nicht weitergehen (Anruf aus dem Kreml?), so daß jetzt gleich die ganze Seite 3 zur Verfügung gestellt wurde. Autoren des Textes sind Anne Lena Mösken und Kai Schlieter, die bislang noch nicht als ausgewiesene Putinisten in Erscheinung getreten waren. Allerdings kommt letzterer von der Taz, also aus dem linksradikalen Spektrum, das in der Propagandatätigkeit besonders eng und zuverlässig mit dem Putin-Regime kooperiert, da man mit der Marktwirtschaft, bürgerlichen Werten und "Amerika" gemeinsame Feinde hat.
In dem Artikel wird einer der grundlegendsten putinistischen "Argumentationsansätze" schulbuchartig umgesetzt. Auf viele Anschuldigungen antwortet das Regime: "Wir waren das gar nicht - und außerdem macht der Westen das auch und viel schlimmer!" Thema sind Online-Attacken im Umfeld von und während politischer Wahlen. Der erste Teil - "Wir waren das gar nicht" - wird abgedeckt mit den Behauptungen
- Es gibt keine Beweise für russische Versuche von Einflußnahme.
- Moskau hat keinerlei Motiv für eine solche Einmischung.
- Es existieren technische Möglichkeiten, Angriffe und Einmischungen so zu formatieren, daß der Eindruck erweckt wird, als stammten sie aus Rußland.
Der größere Teil des Artikels beschäftigt sich Teil II dieses "Argumentationsansatzes" aus dem putinistischen Propagandaarsenal: "und außerdem macht der Westen das auch und viel schlimmer!" In bester Putinistenmanier wird hier alles und jedes zusammengemischt - public relations-Abteilungen des Pentagon, israelische Sondereinheiten, rechte Kräfte in den USA -, ohne Bezug zum Thema (Angriffe während Wahlen), einfach nur mit dem Ziel, von der realen Bedrohung, massiven Angriffen aus Rußland, abzulenken.
Samstag, 19. August 2017
19./20.08.2017 (Jg. 73, Nr. 193 HA), S. 25*
Wir sind Charlottesville. Amerika hat seinen Neufaschismus aus Europa importiert
Eigentlich ist nichts dagegen zu sagen, daß die Berliner Zeitung einem Linksradikalen wie Claus Leggewie die Möglichkeit bietet, seine Ausführungen - wie verwirrt sie sein mögen - zu präsentieren, die neben der zu erwartenden und berechtigten Kritik an rechten Auswüchsen linken Extremismus verharmlost oder leugnet. Aber wenn man schon einem Alt-68er und Herausgeber einer Zeitschrift, die früher von der SED finanziert wurde, ein Forum bietet, muß man im gleichen Zug Gleiches auch einem Vertreter rechter Ideen und Überzeugungen zugestehen. Sonst macht man sich die Leugnung linker Verbrechen zu eigen und befördert diese Verbrechen damit. Wir können gespannt sein, ob es in den nächsten Tagen oder doch Wochen in der Berliner Zeitung auch ein rechtes oder zumindest ein liberales Gegenstück zu den Auslassungen Leggewies geben wird, eine Stimme, die auf die andauernde Gefährdung unserer freien Gesellschaft durch linke Radikale und Extremisten hinweist. Es wäre zwar eine Überraschung, aber man soll die Hoffnung nie aufgeben.
Eigentlich ist nichts dagegen zu sagen, daß die Berliner Zeitung einem Linksradikalen wie Claus Leggewie die Möglichkeit bietet, seine Ausführungen - wie verwirrt sie sein mögen - zu präsentieren, die neben der zu erwartenden und berechtigten Kritik an rechten Auswüchsen linken Extremismus verharmlost oder leugnet. Aber wenn man schon einem Alt-68er und Herausgeber einer Zeitschrift, die früher von der SED finanziert wurde, ein Forum bietet, muß man im gleichen Zug Gleiches auch einem Vertreter rechter Ideen und Überzeugungen zugestehen. Sonst macht man sich die Leugnung linker Verbrechen zu eigen und befördert diese Verbrechen damit. Wir können gespannt sein, ob es in den nächsten Tagen oder doch Wochen in der Berliner Zeitung auch ein rechtes oder zumindest ein liberales Gegenstück zu den Auslassungen Leggewies geben wird, eine Stimme, die auf die andauernde Gefährdung unserer freien Gesellschaft durch linke Radikale und Extremisten hinweist. Es wäre zwar eine Überraschung, aber man soll die Hoffnung nie aufgeben.
Abonnieren
Posts (Atom)