Ostukrainische Separatisten rufen "Kleinrussland" aus
In einer Kleinnotiz meldet die Berliner Zeitung mit Verweis auf die DPA, die "Separatisten" hätten "einseitig" einen neuen Staat Kleinrußland ausgerufen. Was die Zeitung mit Wort "einseitig" aussagen will, bleibt ihr ewiges Geheimnis. Oder geht sie davon aus, daß irgendein Staat die Propagandaveranstaltungen eines Nachbarlandes, das einen Teil seines Territoriums besetzt hält, legitimieren würde? Aber sehr viel charakteristischer ist, wie die Berliner Zeitung die Information so verdreht, daß der aggressive Charakter der Besatzungskräfte versteckt wird. Sachartschenko, einer der Führer der Zivilverwaltung der russischen Besatzung, hatte mit "Kleinrußland" keineswegs nur die besetzten Gebiete im Blick. Sein Anspruch zielt ganz offen auf das vollständige ukrainische Staatsgebiet, mit Donezk als Hauptstadt und Kiew als "kulturellem Zentrum". Lediglich die Krim wurde ausdrücklich ausgenommen.
Hätte die Berliner Zeitung die Meldung nicht abgewandelt, sondern wahrheitsgemäß wiedergegeben, so hätte sie endlich bekennen müssen, daß es sich bei den Besatzungskräften keineswegs um "Separatisten" handelt, daß keinerlei Abspaltung angestrebt wird, sondern daß das Ziel die Besetzung der gesamte Ukraine darstellt. Aber dann würde der Zeitung einer ihrer Hauptpfeiler in der Verbreitung von Putin-Propaganda wegbrechen, so daß man doch lieber zur Fälschung greift.
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