Freitag, 21. Juli 2017

21.07.2017 (Jg. 73, Nr. 168 HA), S. 3*

Im Gefahrengebiet. Nach dem G20-Gipfel richtet sich die Aufmerksamkeit auf linke Hausprojekte, auch in Berlin. Soll man solche Orte schließen? Ein Besuch in der Rigaer Straße, in der auch ganz normale Leute leben

Wer verstehen möchte, auf welches gesellschaftliche Milieu sich der deutsche Linksextremismus und Linksterrorismus stützen kann, dem sei die Seite 3 der Berliner Zeitung vom 21. Juli 2017 empfohlen und das nicht nur, weil dort viele Unterstützer zu Wort kommen, sondern weil der Artikel selbst zeigt, wie weit Extremismus in den linken Medien verankert ist. Der Text stammt von Anne Lena Mösken, die auch für anderen linke Zeitungen, wie die Frankfurter Rundschau und die Süddeutsche Zeitung, schreibt.

Für klare linksradikale Aussagen wie "Wenn Leute verdrängt werden, ist das auch eine Form der Gewalt." und von der Polizei als "Aggressor" werden Personen vor Ort zitiert. Die Autorin selbst versteckt sich, wie heute in den Medien weit verbreitet, hinter Hülsen wie "glaubt man den Menschen" und hinter Schutzwörtern wie "vielleicht". Aber daß der Text die linksextreme Gewalt vor Ort teils leugnet, teils verharmlost und teils rechtfertigt, zeigt sich fast in jedem Absatz. Das beginnt im ersten, wo es heißt: "Es sieht so aus, [...] als würden wieder mal die recht behalten, die in der Rigaer Straße ein Zentrum linksextremistischer Gewalt sehen." Und es zieht sich durch bis zum letzten Absatz, wo das Verdrecken der Straße mit Abfall doch tatsächlich als "ziviler Widerstand" verklärt wird. Zwischendurch kommen Sätze (sicherheitshalber als Zitate) wie "Wenn die Polizei die Leute in Ruhe lassen würde, wäre hier gar nichts los" und "Wer ein Haus besetzt, hat anderes zu tun, als Krawall zu machen." Das Extremistenzentrum wird, auch das nicht neu, als "soziales Projekt" vermarktet (sicherheitshalber mit einem "sagen sie" versehen). Suggeriert wird, daß in der Rigaer Straße eine linkssoziale Idylle herrscht, wo freiheitsliebende Menschen sich einen Raum jenseits von Kredithaien und Finanzheuschrecken geschaffen haben, wobei sie nur unverständlicherweise von Polizei und Politikern gestört werden. Die Gewalt wird entweder als "Straßentheater" (wieder sicherheitshalber ein Zitat) verharmlost oder geht von unbekannten Fremden aus, die nicht in der Rigaer Straße wohnen. Aussage der Autorin, die sich dabei ausnahmsweise nicht hinter einem Zitat versteckt: "Deshalb läßt sich auch nicht sagen, ob die Bewohner [der Rigaer Straße 94] Straftaten begehen."

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